Friedrich Schiller in: Briefe zur Ästhetischen Erziehung des Menschen:

"Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, 

und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Dieser Satz, der in diesem Augenblicke vielleicht paradox erscheint, wird eine große und tiefe Bedeutung erhalten … er wird das ganze Gebäude der ästhetischen Kunst und der noch schwierigern Lebenskunst tragen."

Dort bei Schiller steht zum ästhetischen Spiel außerdem, es ergäbe

"... einen mittleren Zustand zwischen den beiden Extremen Vernunft und Gefühl. Dies ist das höchste menschliche Gut, weil er weder durch die Natur seiner „Sinnlichkeit“ noch durch die „Vernunft“ unter Zwang gesetzt ist."

Alle anderen Uebungen geben dem Gemüth irgend ein besonderes Geschick, aber setzen ihm dafür auch eine besondere Grenze; die ästhetische allein führt zum Unbegrenzten. Jeder andere Zustand, in den wir kommen können, weist uns auf einen vorhergehenden zurück und bedarf zu seiner Auflösung eines folgenden; nur der ästhetische ist ein Ganzes in sich selbst, da er alle Bedingungen seines Ursprungs und seiner Fortdauer in sich vereinigt.

Hier allein fühlen wir uns wie aus der Zeit gerissen, und unsere Menschheit äußert sich mit einer Reinheit und Integrität, als hätte sie von der Einwirkung äußrer Kräfte noch keinen Abbruch erfahren.

Der ernsteste Stoff muss so behandelt werden, dass wir die Fähigkeit  behalten, ihn unmittelbar mit dem leichtesten Spiel zu vertauschen."